Es rumpelt mal wieder in der deutschen SEO Szene
Gestern ging es wieder richtig rund in der deutschen SEO Szene. Eine Kölner Agentur, welche unter anderem auch SEO anbietet, soll sich mal geschickt (oder auch ungeschickt – wie man es nimmt eben) mit fremden Federn geschmückt und mit Referenz-Kunden geworben haben welche in Wahrheit gar keine Kunden sind. Interessant, was? Manchmal frage ich mich wirklich was sich die Leute im Internet denken. Wer kann so naiv sein und denken das so etwas nicht auffällt? Das Internet ist groß und doch sehr, sehr klein. Zumindest wenn man in der Szene unterwegs ist. So ist es auch nicht verwunderlich, dass wenn solche dubiose Machenschaften aufgedeckt werden die ganze Szene dank Twitter & Co innerhalb von Minuten bescheid weiß und entsprechende Reaktionen auf Blogs usw. folgen.
Normal halte ich mich aus solchen Diskussionen ja raus, diesmal hab ich mir aufgrund des Beitrages von Johannes Beus (sistrix) in dem am Ende auf die SEO-Zertifikat Diskussion hingewiesen wird aber auch mal ein paar Gedanken gemacht zum Thema. Auch wenn ich selber kein SEO für Kunden mache, sondern im besten Fall meine Kunden an die professionellen und bekannten Figuren in der Szene vermittele.
In den Kommentaren im oben genannten Beitrag gehen die Meinungen ja ziemlich weit auseinander. Die einen sagen es ist nicht möglich solch ein Zertifikat, welche seriöse SEO-Anbieter erhalten sollen, anzubieten. Die anderen sagen das es dann so sein wird das nur die großen Agenturen das SEO-Zertifikat bekommen würden und die kleinen benachteiligt werden könnten. Wiederum andere sagen das es schlichtweg unnötig sei und der Markt sich selbst regulieren müsse. Aber geht das wirklich?
In meinem Hauptbereich, dem Webdesign, ist es doch schon seit Jahren so wie es jetzt im Bereich SEO ist (kam auch in einem der Kommentaren auf sistrix vor). Ominöse Anbieter erstellen (oder bauen) Kunden für viel Geld eine 0815 Webseite zusammen, ohne jegliche Kompetenz. Möglich machen dies Webseiten wie myHammer & Co, schließlich kann da jeder Nebenberufler oder Student seine Dienste anbieten. Qualitätskontrolle? Fehlanzeige. Wenn der Dienstleister mal nicht weiter weiß, fragt er halt im Forum nach. “Ich muss für meinen Kunde XYZ folgendes realisieren…”. Kost ja nix
Aber zurück zum Thema, ich schweife ab. Braucht man ein SEO Zertifikat? Wenn ja: Wie geht man vor das auch alle Agenturen/Anbieter die gleichen Chancen haben? Ich denke Trusted Shops ist ein gutes Beispiel. Einheitliche Richtlinien und für alle die gleichen Chancen. Aber was könnten das für Richtlinien sein? Schwer. Ausserdem bräuchte man einen unabhängigen Anbieter des Zertifikates.
Im Folgenden ein paar Punkte, welche mich aus Kundensicht, wenn geprüft, dazu bringen könnten einem SEO-Dienstleister mehr zu vertrauen:
- Geprüfte Referenzen
Einsendung von Referenzen durch den Dienstleister, welche durch den Kunden schriftlich bestätigt werden. (Problem: Wann ist eine Referenz eine gute Referenz?)
- Aufklärung über bestimmte Umstände
Was darf dem Kunden versprochen werden und was nicht. (z.B. nicht: Wir bringen Sie in 4 Wochen auf Position 1)
- Einheitliche Richtlinien welche die Dienstleister Webseite erfüllen muss.
Bestimmte fundierte Angaben müssen auf der Webseite zu finden sein. (z.B.: zugesichertes Reporting und darin enthaltene fest definierte Angaben. Aufklärung über Risiken.)
- SEO Techniken
Bestätigung über die Sauberkeit der Optimierung (Problem: Linkkauf + bestimmte technische Richtlinien zur Optimierung sind schwer festzulegen da jeder seine eigenen Erfahrungen gemacht hat)
- Akquise Bedingungen
Welche Akquise Bedingungen dürfen genutzt werden. (Problem: Ist Kalt-Akquise über Telefon erlaubt. Wenn ja, zu welchen Richtlinien)
- Service-Bewertungen durch Kunden die geprüft werden
Ist der Service und die Erreichbarkeit, unabhängig von den Erfolgen, gut?
Natürlich muss dieses Zertifikat etwas kosten um den Aufwand der Prüfungen auch finanziert werden kann. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass sich Anfänger welche somit auch noch keine Erfahrungen haben können das Zertifikat im Normalfall auch nicht leisten könnten (schließlich haben Erfahren SEO´s in der Regel auch Geld). Dabei muss der Preis nichtmal utopisch hoch sein, sodass sich wie oben erwähnt auch kleinere Anbieter die Zertifizierung leisten können um die Chancengleichheit zu gewährleisten.
Natürlich muss das vielleicht entstehende Zertifikat auch einen solch großen Trust bekommen wie zum Beispiel das Trusted Shops Siegel. Soviel zu meiner Meinung zum aktuellen Thema. Ich bin jedenfalls gespannt was wir nach der angekündigten Diskussion auf der Campixx noch zu diesem Thema hören werden…
PS: Schade das gerade Kölner Firmen immer wieder so herb auffallen, das wirft ja ein richtig schlechtes Licht auf unsere schöne Stadt
PS2: Auch auf anderen Blogs hat der Fehltritt für ausgiebige Diskussionen gesorgt…
- Meine Kunden, meine Leistung, meine Referenz!
4 Responses
to “Es rumpelt mal wieder in der deutschen SEO Szene”
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- Mrz 6, 2010: Warnung: SENKRECHT IT Beratung GmbH fälscht SEO-Referenzen | Das Randolf Jorberg Blog
- Mrz 8, 2010: SENKRECHT IT Beratung GmbH (Timur Sener) fälscht SEO-Referenzen

Wer Kunden verarscht und belügt und Referenzen fälscht ist einfach als SEO Agentur fehl am Platz. Erst Kunden für 50 Euro optimieren und dann nur abkassieren und Ziele nicht erreichen – das geht nicht. Dann bei Lieferanten Rechnungen nicht bezahlen ist eben auch scheiße.
Wer so schlecht ist dass er nicht mal eigene Referenzen hat und dann auch noch lügt sollte sich einen anderen Job suchen und nicht diesem SEO Bereich der eh schon angeschlagen ist, weiter so einen Mist machen. Schließlich sind wir hier nicht auf einem türkischen Basar wo einem auch gefälschte Ware als original verkauft wird.
Es bleibt sdanned!